Warum ich mit Facebook ein bisschen auf Kriegsfuß stehe.

Eigentlich wollte ich euch heute vom Schwangerschaftstest erzählen – aber das kann warten. An diesem Tag will ich lieber meine Gedanken über Facebook teilen. Facebook blockiert nämlich derzeit die Nachrichten in Australien. Seit meinem Kinderwunsch und seit es Die Fruchtbar gibt, wurde ich leider schon mehrmals mit den Schattenseiten von Facebook konfrontiert.

Dein Aktivitäten verstoßen gegen unsere Gemeinschaftsstandards

Hast du schon mal versucht, eine Nachricht an Facebook zu schicken? Ich habe nicht mal den „Kontakt“-Button gefunden, ohne zu googeln. Dass Facebook für Kommunikationsversuche nicht erreichbar ist, habe ich schmerzhaft erfahren, als ich mit meinem Blog beginnen wollte. Wir wissen alle, wie vernetzt Facebook mit unseren Informationen und Kontakten umgeht. Ich wollte einen anonymen Account für mich erstellen, damit nicht alle meine Kolleg*innen aus der Arbeit meine Seite „Die Fruchtbar“ vorgeschlagen bekommen. Außerdem gibt es immer wieder mal Privacy Leeks. Es gab für mich also viele gute Gründe für einen anonymen Account. Aber das war schlicht und einfach nicht möglich.

Kaum, dass ich mein Konto erstellt hatte, wurde es gesperrt. Ich sollte ein Foto schicken. Das hab ich dann auch versucht. Die Antwort?

Und damit war das Konto gesperrt, diese Nachricht schien letztendlich nur mehr auf:

Ich habe es mehrmals versucht, habe eine Nachricht von meinem Original-Account geschickt. Die Reaktion? Keine. Bis heute nicht.

Der Grund für das Sperren war wahrscheinlich meine Handynummer, die ich natürlich schon mal registriert hatte. Somit war ich quasi „doppelt verhanden“ mit einem anonymen Account. Und ein anonymer Account verstößt gegen die Gemeinschaftsstandards. Egal, ob du deine Identität aus guten Gründen schützen möchtest.

Ich habe es letztendlich geschafft, mich mit einer neuen Handynummer zu registrieren – nach sehr vielen Versuchen, die alle wie oben gesehen geendet haben. Anonyme und doppelte Accounts sind eben unerwünscht.

Werbung für Schwangerschaftsmode

Ein weiterer Grund, warum ich von Facebook nicht begeistert bin, ist die Werbung. Ich habe schon in meinem Standard-Artikel geschrieben, dass ich Werbung für Umstandsmoden und Babywindeln bekomme. Diese Werbung schmerzt an manchen Tagen im Monat mehr als an anderen. Und sie schmerzt erst recht nach einer Fehlgeburt. Und nein, diese Werbung habe ich nicht nur über meinen anonymen Account bekommen, wo ich auch entsprechende ICSI/IVF/Kinderwunsch-Gruppen abonniert habe. Das war mein privater Acccount, wo ich einfach aufgrund meines Alters und meines Geschlechts (oder anderer Faktoren, die mir nicht offen gelegt werden) diese Werbung bekomme. Alles andere hatte ich irgendwann sogar extra ausgestellt.

Zum Glück hatte ich danach auch zur Abwechslung mal eine Werbung, ins Kloster zu gehen. (Vielleicht die Alternative, die mir Facebook vorschlägt, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt.)

Kommentarlos aus der Facebook-Gruppe geschmissen

Vor einiger Zeit wollte ich meine Suche nach Gastautorinnen, die ihre eigene Geschichte am Blog erzählen möchten, in einer Facebook-Gruppe zu Kinderwunsch, ICSI & Co. posten. Weil ich finde, dass das keine Werbung ist, sondern Vernetzung. Und gerade die Vernetzung ist beim Thema Fortpflanzung und Kinderwunsch so unfassbar wichtig – damit wir Hoffnung schöpfen können, Tipps bekommen und wissen, dass wir nicht alleine sind. Mein Eindruck ist, dass es gerade in Österreich hier leider wenig Plattformen gibt. Deshalb wollte ich den Aufruf in dieser Gruppe posten.

Natürlich müssen die Administrator/innen der Gruppe (ca. 2. 000 Mitglieder, weil eher in Deutschland) den Beitrag freigeben. Statt meinen Beitrag freizugeben oder ihn abzulehnen, hat man mich aus der Gruppe geschmissen – kommentarlos. Ich nehme an, sie haben ihn als „Werbung“ klassifiziert und mich deshalb rausgeschmissen. Ich weiß es nicht, niemand hat auf meine Nachrichten reagiert.

Nun kann ich das unsolidarisch und unfair finden, aber es ist natürlich deren gutes Recht. Sie haben 2.000 Mitglieder und können über ihre Gruppe verfügen wie sie möchten. Das ist auch Facebook. Wenn du genug Traffic hast, bist du der/die Herr/in über dein kleines Imperium. Selbst wenn das die einzige größere Gruppe zum Thema ist. Ich kann natürlich nochmal beitreten. Dazu ist mir allerdings irgendwie die Lust vergangen.

Es gibt auch kein Grundrecht zum Austausch auf Facebook. Ich kann kein Rechtsmittel ergreifen, wenn ich aus einer Gruppe geschmissen werde oder meine Kommentare gelöscht werden. Es gibt auch keinen Facebook-Ombudsmann, der Beschwerden dieser Art behandelt.

Ich habe natürlich auch schon vor meinem Blog gewusst, dass Facebook hier immer wieder in der Kritik steht. Aber die hautnahe Erfahrung ist noch einmal etwas anderes – weil es ohne Facebook kaum mehr möglich ist, sich online zu vernetzen. Und selbst ein Staat wie Australien mit dieser Marktmacht zu kämpfen hat.

Ein Gedanke zu “Warum ich mit Facebook ein bisschen auf Kriegsfuß stehe.

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