Die Vorahnung und der Test

Etwa 10 Tage lang dachte ich, dass ich schwanger sein könnte. Aber am Wochenende vor dem Bluttest wusste ich irgendwie: Ich bin nicht schwanger. Ich fühlte mich physisch und psychisch nur nach PMS. Einfach Scheiße. Und ich fühlte mich nicht anders als sonst. Ich wusste: es war nichts. Ich war nicht schwanger.

An diesem Tag hätte ich zu einer privaten Feier gehen sollen – ich schaffte es nicht. Wie in meinem Alter meistens der Fall, wären da unzählige Kinder herumgesprungen. Hauptgesprächsthemen: Kinder. Stillen. Kinderwägen. Kinderfahrräder. Kindergarten. Schule. „Und, wie schaut’s bei euch aus?“ Es war kein Tag, an dem ich auch nur irgendwie diese Frage hätte beantworten können, ohne loszuheulen. Ich weiß, manchmal ist die Angst vor solchen Feiern unbegründet. Manchmal schaffe ich es, und genieße die Unterhaltung trotzdem. Oder lenke sie in andere Bahnen. Ich bin ein sozialer Mensch, ich will aus dem Leben anderer Menschen hören und wie es ihnen geht. Dazu gehören auch die Erzählungen von den dazugehörigen Kindern. Aber an diesem Tag war es unmöglich. Noch dazu ohne einen Schluck Alkohol trinken zu können und sich die dementsprechenden Nachfragen vielleicht anhören zu müssen.

Ich blieb zu Hause. Es waren noch zwei Tage bis zum Bluttest. Irgendwie habe ich sie hinter mich gebracht, bis der Bluttest meine Vorahnung bestätigte.

Der HCG-Wert war leicht erhöht, aber laut Ärztin auch zu niedrig für eine Eileiterschwangerschaft.

5 Gedanken zu “Die Vorahnung und der Test

  1. Petra

    Ich fühle mit Dir. Wenn ich Deine Texte lese, kommen mir auch nach 8 Jahren noch die Tränen. Die körperlichen und seelischen Schmerzen, die Hoffnung, die Enttäuschung, die Kosten (weil auch das ist ein Faktor) und die ganze Mühe mit der Geheimnistuerei.
    Halte durch! Aber wenn Du nicht mehr weiter kannst, lass es zu und gönn dir eine Pause. Auf die Pause kommt es nicht an und dein Körper und deine Seele müssen sich regenerieren.

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    1. Vielen lieben Dank nochmals für diesen Kommentar! Es ist einfach wirklich unfassbar anstrengend. Ich versuche, auf meinen Körper (und meine Seele) zu hören. Aber auch das ist nicht immer einfach. Auf jeden Fall motivieren mich Kommentare wie dieser ❤

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  2. Alex

    Verstehe dich total 😦 man erhofft sich die ganzen Symptome, von denen immer die Super-Erfahrenen berichten, aber irgendwie hat man doch im Hinterkopf: vielleicht nur Einbildung. Irgendwie empfinde ich es als Selbstschutz wenn ich mir versuche einzureden, dass der Test sowieso wieder negativ sein wird. Leider reißt meine Firewall immer wieder ein und ich drifte in Tagträume ab, z. B. wie ich den Positiven Test vielleicht verkünden könnte, wie ich es bei der Familie ankommt, wer sich freuen würde, was ich für Lieder für das erträumte Baby singen würde… 😢 Ja das tut furchtbar weh. Aber hin und wieder braucht man dann auch Abstand von allen Menschen. Mir tut es gut zu weinen und im Selbstmitleid nach neuen Zielen zu suchen. Mein Lebensgefährte versteht das immer noch nicht – aber die Diskussion riskiere ich.
    Du hast schon so viele Auf und Abs hinter dir. Egal in welche Richtung du jetzt gehst – es wird die Richtige sein. Bleib stark 💪

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    1. Das Schwierige ist ja auch: visualisieren, dass alles gut gehen wird (inklusive dem Moment, wo der positive Test der Familie mitgeteilt wird) und gleichzeitig nicht enttäuscht sein, wenn es wiedermal nicht klappt…. Ich weiß nicht, wie es möglich ist, diese Brücke zu schlagen. Aber ich versuche es nach wie vor 😉 Danke ❤

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  3. Pingback: Wartezeit und Test nach dem ersten Kryotransfer – Die Fruchtbar

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