Der Transfer und der erste Test

Endlich! Der Transfer war da. Mein Mann durfte diesmal dabei sein. Wir ließen wieder nur einen Embryo einsetzen und bekamen ein wunderschönes Bild aus meiner Gebärmutter. Schon das vierte…. Ich weiß nicht mal mehr, wo die anderen drei alle sind.

11 Tage Wartezeit standen bevor. Irgendwie war ich diesmal so ruhig wie nie zuvor. Ich hatte keine besonders großen Hoffnungen – das war auch irgendwie entspannend. Gleichzeitig ging es in der Arbeit drunter und drüber, ich war abgelenkt. Natürlich beobachtete ich meinen Körper: zwickte und zwackte es im Unterleib? Hatte ich Schmerzen? War mir schlecht? Merkte ich irgendwas? Um ehrlich zu sein: Ich bemerkte nicht viel. Weniger als beim letzten Mal. Ich hatte auch keine panischen Anfälle wie beim vorletzten Transfer. Alles fühlte sich natürlich schwanger an, schon allein wegen der Riesenhormondosis die ich ständig zu mir nahm. Aber das war beim letzten Mal auch nicht anders gewesen.

Zwei Tage vor dem Bluttest wollten wir diesmal testen. Ich hatte eine anstrengende Arbeitswoche vor mir und wollte daher schon am Samstag wissen, was Sache ist – so hatte ich zwei Tage, um mich von einem negativen Schwangerschaftstest zu erholen.

Ich geb’s zu: ich hab von Schwangerschaftstests inklusive Frühtests null Ahnung. Ich hab‘ ein paar Mal in meinem Leben Tests gemacht, die waren alle immer negativ. Wer mehr Infos will, hier ein Lesetipp: https://carpediesenscheissdiem.wordpress.com/2021/05/07/wie-sinnvoll-ist-ein-schwangerschaftsfruhtest/

Bei mir gab’s nie ein Spekulieren: ist das eine Linie? Sie waren stets blütenweiß. Und vor unseren Inseminationen und IVFs haben wir sowieso kaum jemals einen Test gemacht. Pünktlich wie ein Uhrwerk kam immer meine Periode. Das Geld für die Schwangerschaftstest sparten wir daher eher für Ovulationstests und Kinderwunschgleitgel (aber auch diese Ausgaben waren leider wenig zielführend).

Also pinkelte ich zwei Tage vor dem Bluttest auf einen Frühtest unbekannter Herkunft. Mein Mann und ich starrten wie üblich auf das Testergebnis. Kam da was? Zum ersten Mal waren wir etwas irritiert. Da war zumindest der Ort, an dem die Linie sein sollte, erkennbar. Was war denn das jetzt? Irgendwas war scheinbar passiert, aber das war doch ein Frühtest. Wenn ich tatsächlich schwanger sein sollte, müsste da doch eine richtige Linie sein! Das konnte einfach nicht ausreichen, wahrscheinlich war es einfach wieder nichts geworden.

Schon musste ich heulen, weil anscheinend war etwas passiert, aber nicht genug. Der Frühtest unbekannter Herkunft war noch dazu in einer Plastikhülle. Ich brach die Plastikhülle auf, auch da: Der Hauch einer Linie. Einer engen Freundin, die sich mit Tests besser auskennt als ich, klagte ich unser Leid.

Sie war völlig euphorisch: „Christina, du bist schwanger! Wahnsinn! Gratuliere! Du musst am nächsten Tag nochmal testen, dann ist die Linie sicher stärker!“ Wir waren noch irritierter: auch bei diesem bisschen Linie sollte ich schwanger sein? Da konnte doch was nicht stimmen. Doch in mir keimte ein Funken Hoffnung. Vielleicht hatte es ja diesmal doch geklappt.

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