Die Schwangerschaft – Teil 3

Neuneinhalb Monate dauert eine Schwangerschaft im Rahmen eines Kryotransfers. Selbst in meinem Hebammengesundheitsbuch steht, dass sich Schwangerschaften für Paare mit künstlicher Befruchtung besonders lange anfühlen. Und lang fühlte sie sich tatsächlich an – und mit sehr vielen unterschiedlichen Phasen und Gesundheitszuständen. Die meiste Zeit hatte ich noch leichten „Sport“ in der Schwangerschaft betrieben, vor allem mit Youtube-Videos wie z.B. Pregnancy and Post Partum TV, Fit by Larie (Folter!). Irgendwann begann es, dass ich leichte Schmerzen zwischen den Beinen hatte, eher wie ein Muskelkater. Aber irgendwie unspezifisch, bei manchen Übungen – speziell bei den Übungen für die Schwangerschaft bzw. die Geburt. Ich hörte auf, diese Übungen zu machen, und dachte mir nicht allzu viel dabei – eine Google Recherche hatte auch nicht viel ergeben. Mit Kälte wurde es immer schlechter beim Gehen. Eines Tages war ich am Weg zur Osteopathin (sehr empfehlenswert!) und konnte mich kaum mehr fortbewegen, weil die Schmerzen plötzlich immer stärker wurden. Verortung: schwierig. Eher links. So wie schon bei der Stimulation damals. Die Tage nach der Behandlung wurde es viel schlechter, ich konnte keine seitlichen Schritte mehr machen. War es die Symphyse? Was war los? Ich versuchte, mich zu schonen und weniger Sport zu machen. Gehen war überhaupt mühsam.

Ein paar Tage später, mein Kühlschrank war voll für einen Brunch mit Freundinnen, stand ich vom Boden auf (ich weiß, am Boden sitzen ist im vorletzten Monat der Schwangerschaft wirklich nicht empfehlenswert) und – konnte nicht mehr weitergehen.  Ich konnte schlicht und einfach meinen Fuß gar nicht mehr heben. Wie sollte ich mich fortbewegen? Wo war mein Handy? Die drei Meter zur Steckdose konnte ich unmöglich überwinden!! Oder doch? Ich ging auf alle vier – und tatsächlich, so konnte ich mich noch weiterbewegen. Auf allen vieren kroch ich durch unsere Wohnung Richtung Couch. Und rief meinen Mann, meine Mutter und schließlich meine Orthopädin an. Schon in einer Stunde könnten wir vorbeikommen.

Den Weg zum Auto und in die Praxis legte ich natürlich nicht auf allen Vieren zurück – dafür aber in Hocke watschelnd, damit die Schmerzen einigermaßen erträglich waren. Ja, rückblickend hätte ich davon gerne ein Video 😉 Die Ärztin drückte unterschiedliche Stellen an meinen Beinen, Beckenboden, etc. Einer schmerzte ganz besonders. Ihre Diagnose: ISG-Blockade, das Iliosakralgelenk oder Darmbein-Kreuzbeingelenk. Sehr häufig in der Schwangerschaft. Durch das lange Drücken des Punktes wurde der Schmerz besser und ich konnte wieder aufrecht gehen – Wahnsinn, was für ein Gefühl!!! Der Schmerz zwischen den Beinen ließ nach. Den Rest der Schwangerschaft machte ich jeden Tag 15-20 Minuten Übungen und konnte endlich wieder normal gehen, auch die Schmerzen zwischen den Beinen waren kaum mehr spürbar. Endlich wieder lange Spaziergänge! Selbst am Tag, als die Wehen einsetzten, bin ich noch eine größere Runde spazieren gegangen.

Laut Netdoktor.at ist annähernd jede zweite Schwangere von einer ISG-Blockade, betroffen:

Durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft lockern sich die Bänder an Gelenken. Verantwortlich sind Hormone wie Relaxin oder Östrogen, die der Körper in dieser Zeit vermehrt ausschüttet. Da das Darmbein-Kreuzbein-Gelenk (Iliosakralgelenk) das größte Gelenk im Körper und bei Frauen im Allgemeinen weniger stabil ist, sind die Effekte hier besonders stark.

https://www.netdoktor.at/krankheiten/isg-syndrom/

Seltsamerweise hatte noch keine andere Schwangere, die ich kenne, davon gehört – aber viele berichteten von ähnlichen Beschwerden. Ich hatte wahrscheinlich einfach Glück, dass mein Schmerz so akut wurde UND die Ärztin überhaupt die richtige Diagnose gestellt hatte.

Die Moral von der Geschichte: wenn euch was wehtut, ist das nicht normal, nur weil ihr schwanger seid. Ja, da unten wird alles locker. Aber gegen Schmerzen kann frau auch was tun.

2 Gedanken zu “Die Schwangerschaft – Teil 3

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