Fertilitätsmonitor – sinnvoll oder Stress pur?

Nadja macht sich in ihrem Gastbeitrag Gedanken über ihren Ovulationstest und den Fertilitätsmonitor – beides stresst sie leider sehr.

Vor genau einem Jahr habe ich den Versuch gestartet, meinen Zyklus mittels Ovulationstests zu beobachten. Das typische Einsteiger Programm ist der Ovu-Test, den man nur für einen Zyklus nehmen kann.

Überzeugt war ich davon nicht – in den Beschreibungen steht, dass man keinen zu schwankenden Zyklus haben darf, sonst funktioniert es nicht. Aber was ist schwankend? 3 Tage, 10 Tage …?

Die tollen Tipps von Freundinnen, die damit schwanger wurden, motivierten mich aber, es trotzdem zu tun. Belastend ist das anfangs schon, weil man 5 Minuten lang auf dieses Ding starrt – nur um Mittel, Hoch oder Hoch blinkend zu lesen.

Nach kurzer Zeit hab‘ ich nachgelegt und mir den teuren Fertilitätsmonitor gekauft. Mein Gedanke: Kostet mehr – also wird es noch besser sein. Die ersten Zyklen lernen du und dieses Wunderding sich erstmal kennen. Früh morgens, gleich vor der Arbeit: Stress. Vergiss ja nicht, den ersten Morgenurin auf dieses Stäbchen zu pinkeln!!!

Mein Morgenritual war völlig im Eimer, weil meistens im Halbschlaf der erste Gang zum WC war. Dann also schnell, schnell dieses Stäbchen aus der herausfordernden Verpackung buhlen. Hat sich eigentlich schon jemand gefragt wie das gehen soll, wenn man noch müde ist und geschwächte motorische Fähigkeiten hat? Und dann noch in den Strahl halten? Nicht erst ein Stäbchen ist bei mir im Klo gelandet. OK – Pinkeln abbrechen, neues Stäbchen auspacken.

Dann hat man irgendwas falsch gemacht und der Tester sagt: bitte Teststäbchen entnehmen und neues verwenden??? Haha! Jetzt darf ich die nächsten 3 Stunden nicht mehr pinkeln, weil man ja Morgenurin nehmen soll – oder drei Stunden warten.

Und in der Arbeit ist es viel zu riskant, dass jemand entdeckt, was ich am Weg hin und zurück vom WC in der Hand halte! Katastrophe. Also diese monatlichen 10 Testtage sind für mich immer sehr nervenaufreibend. 

Dieser Monitor ist nicht gerade billig. Und auch das ständige Teststäbchen nachkaufen ist nicht gratis… Gebracht hat er mir bis jetzt noch nichts – außer Stress, aber kein Kind. Ja ok – ich sehe jetzt meine Zyklustage der letzten 6 Monate. Aber jedes Monat, in dem das Ergebnis nicht hoch blinkend angezeigt hat, war für mich ein Rückschlag. Hatte ich keinen Eisprung? Hab ich was falsch gemacht? Ist dieser Test kaputt?

Ach ja – man kann Schwangerschaftstest auch damit machen. Aber jede mit längerem Kinderwunsch riskiert keinen Test vor Ausbleiben der Periode – um die Enttäuschung wenigstens noch ein bisschen hinauszuzögern. Also falls wer welche braucht – ich hab so um die 20 Stück übrig. Darüber dürfte sich der Hersteller keine Gedanken gemacht haben.

Und seit ich von meiner Frauenärztin Hormontabletten bekommen haben, spinnt dieses Wunderding so oder so. Also laut Fertilitätsmonitor bin ich jetzt 10 Tage durchgehend fruchtbar. Mir ist bewusst, dass der Test die Daten der letzten Monate hat und sich durch die neue Behandlung gar nicht mehr auskennt.

Auf alle Fälle habe ich jetzt entschlossen damit aufzuhören – mittlerweile kenne ich meinen Körper und kann auch schon in etwa sagen, wann mein Eisprung sein könnte. Auch der Geschlechtsverkehr fühlt sich hoffentlich dann nicht mehr so extrem erzwungen an. Jede Frau muss selbst entscheiden, wie sinnvoll dieses Ding ist oder wie sehr es sie belastet. Sollte es noch länger kein Ergebnis geben, kommt bestimmt noch Belastenderes auf uns zu.

Ein Gedanke zu “Fertilitätsmonitor – sinnvoll oder Stress pur?

  1. W.

    Also falls du die übrigen sst verschenkst – ich würde sie gerne nehmen 🙃😁
    …..immer dieses warten und nichts wissen… irgendwann gelingt ’s hoffentlich 😇
    Alles Liebe und viel Glück 🍀

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